Faszien – die “Netzwerke” unseres Körpers

faszien-die-netzwerke-unseres-koerpers
bannerleiste

Faszien sind in aller Munde, die absolute Trendwende geht seit Monaten in die Richtung der Fasziendehnung und -gymnastik. 

Und das zu Recht! Denn viele Beschwerden finden ihre Ursachen bereits in den Faszien und lassen sich dort bereits frühzeitig verbessern und oder beseitigen. 

Zunächst einmal eine einfach gehaltene Erklärung was Faszien eigentlich sind:

Faszien gehören zum Bindegewebe. 

So wie unsere Haut uns umgibt, so umhüllen uns auch die Faszien. Ist es dann nicht leicht zu verstehen, dass viele Schmerzen dadurch entstehen können, dass bereits unsere Hülle geschädigt bzw. unsere Schutzschicht gefährdet ist?

Wir unterscheiden in unserem Körper verschiedene Lagen der Faszien. 

Die oberflächlichen Faszien sind viskoelastisch, also sehr gut und stark dehnfähig. Das beobachtet man unter anderem bei Schwangeren, deren Bauch sich immer weiter ausdehnt. 

Die tieferen Faszien sind weniger elastisch, allerdings sehr sensibel mit Nervenfasern ausgestattet, so dass Schmerzen sehr präsent wahrgenommen und in Richtung Gehirn weitergeleitet werden.

Viele tiefe Faszien reagieren stark auf Reize, z.B. mechanischer Ursache, was heißt, dass bei entsprechenden Übungsprogrammen Druck und Zug gezielt ausgeübt wird, und somit eine Faszie trainiert werden kann. Wir sind somit in der Lage, Durchblutung zu fördern, Schmerzrezeptoren positiv zu stimulieren, Kontraktionen und Dehnungszustände in versteiften Gelenken zu verbessern, sowie ein benötigtes entspanntes Milieu für eine Genesung jeder körperlichen Beschwerdeart zu erzielen.

Faszienverklebung – schonmal gehört?

Unsere Faszien geben dem Körper seine Form. 

Sie sind außerdem ein wichtiger Speicher z.B. von Wasser, welches der Organismus benötigt. 

Hätten wir die Faszien nicht, so würden wir nur aus Einzelteilen bestehen. 

So wie Orangen in einem Netz gehalten werden, so umrunden und halten die Faszien alle Bestandteile unseres Körpers zusammen. 

Unser Körper besitzt einen eigenen Klebstoff, das „Fibrin“. Wenn wir stolpern und hinfallen, unser Knie aufschürft, kittet unter anderem das Fibrin die offene Wunde und „klebt“ sie förmlich wieder zu.

Fibrin ist aufgespaltet und entsteht aus Fibrinogen. Dieses Fibrinogen befindet sich in unserem Lymphsystem, welches sozusagen das Wassersystem unseres Körpers ist. 

Wenn nun unser Körper verletzt ist, aber auch wenn wir unter lang anhaltenden Verspannungen oder Muskelkrämpfen leiden, dann ist gleichzeitig auch immer unser Lymphsystem gestört und es kommt zu einem sogenannten Lymphstau, d.h. das Wasser bzw. unsere Körperflüssigkeiten fließen nicht mehr ungestört. 

Wenn das passiert, lagert sich Fibrin in unserem Gewebe an und sorgt dann zu einer richtigen Verklebung. 

Diese Verklebungen können mitunter zu starken Schmerzzuständen führen, da Ausdehnungen, Kontraktionsfähigkeiten, Durchblutung und Nervenleitungen beeinträchtigt sind.

Neueste Studien wagen sogar die Aussage, dass 80% aller Rückenbeschwerden anderen Ursachen zugrunde liegen, als die häufig diagnostizierten Bandscheibenpathologien. Nicht selten, findet man hier Ursachen in den Faszien. 

Auch ungeklärte Schmerzphänomene oder lang anhaltende Beschwerden, dessen Ursache trotz zahlreicher Untersuchungen nicht gefunden werden kann, können eine Faszienproblematik sein.

In Röntgenbildern oder Blutuntersuchungen nicht nachweisbar, sind die Faszientheorien leider in der Medizin noch nicht häufig erwähnt. Der stark wachsende Boom dieser Thematik zeigt allerdings, dass häufige Genesungserfolge weit aussagekräftiger, sowie glaubwürdiger sind, als noch fehlende Massenstudien. 

Was tun gegen verklebte Faszien?

Einer der wichtigsten Faktoren ist der Flüssigkeitszustand. 

Bei älteren Menschen beispielsweise, lässt der Flüssigkeitsanteil im Körper immer weiter nach, was natürlich die Elastizität des Gewebes ebenfalls einschränkt.

Deshalb sind ältere Menschen auch nicht mehr so flexibel und beweglich. 

Der zweite Faktor ist die Bewegung.

Wir müssen die Faszien ausreichend mit Druck und Zug versorgen, damit sie nicht verkleben oder verfilzen. 

Ähnlich wie bei langen Haaren, die man durch das Bürsten in der richtigen Anordnung hält, sowie einem Verfilzen vorbeugt, so ist es mit unserem Gewebe. 

Bewegen wir uns nicht ausreichend, so können die Faszien sich zu einem verklebten und verfilzten Faserbündel umbauen und Schmerzzustände, Verspannungen und Bewegungseinschränkungen verursachen. 

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr auf die Organbeteiligung eingehen, allerdings ist es wichtig zu erwähnen, dass jedes Organ ebenfalls von Faszien eingehüllt und umgeben ist. Diese verbinden sich mit allem umliegenden. 

Somit stehen z.B. Nieren in engem Kontakt mit der Lendenwirbelsäule. Verändern jetzt beispielsweise die Nieren ihre Spannungszustände, können diese dazu führen, dass es zu häufigen Schmerzen im unteren Rücken kommen kann. 

Es gibt spezielle Behandlungsmethoden für die Faszien, beispielsweise durch Osteopathie, Faszienbehandlung bei speziell geschulten Physiotherapeuten o.ä.

Ausserdem können gezielte Faszienübungen helfen bzw. auch die Beschwerden komplett beseitigen. 

Das passende Übungsvideo ist auf meinem YouTube Kanal hier zu sehen:

nackentraining-3