Bandscheibenvorfall – Wie kann ich mich schützen?

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Vorab sei gesagt, dass es einen 100%igen Schutz leider niemals gibt. Das heißt aber nicht das man nicht alles daran setzen sollte es zu versuchen. 

Natürlich lassen sich gewisse Risikofaktoren nicht so leicht vermeiden, aber kennst du diese überhaupt?

1. Hohe Lasten und Gewichte
Das Anheben von hohen Gewichten ist meistens nicht die alleinige Ursache für einen möglichen Bandscheibenvorfall. Es kommt auf die Art und Weise an wie ich die Lasten handhabe.
Die wichtigste Information hierbei ist, dass ein Gewicht welches mit gebeugtem Rücken vom Boden aufgehoben wird, die Bandscheibe im Bereich der Lendenwirbelsäule um das 8-12fache belastet. Ein Kasten Bier zum Beispiel führt im unteren Rücken zu einer Belastung von 80 – 120 kg.
Sind die Knie dabei aber gebeugt und der Rücken gerade, ist die Belastung für den gleichen Bereich nur 1 – 2x so groß wie das angehobene Gewicht.
Leider freuen sich aber auch die Kniegelenke auf Dauer nicht darüber. Ein Ergonomie Video was richtige Lastenhandhabung zeigt, erscheint in Kürze als neues Video auf www.physiotraining.online.

2. Übergewicht
Körpergewicht muss getragen werden. Trage- und Stützpfeiler ist und bleibt die Wirbelsäule. Je höher das Gewicht, desto mehr werden unsere Gelenkflächen und Körperstrukturen belastet und gefordert.

3. Sitzen
Bein Sitzen wird unserer Wirbelsäule und die Bandscheiben extrem gefordert. Der Druck auf unsere Bandscheiben steigt beim Sitzen auf 140 Prozent. Vor allem das nach vorne gebeugte Sitzen ist belastend, denn hierbei steigt die Belastung sogar auf bis zu 200 Prozent.
Auch das statische Stehen ist nicht besser, jedoch muss unsere Bandscheibe hier „nur“ einem Druck von ca. 100 Prozent aushalten.
Leider gibt unser Berufsleben meistens kaum Alternativen her. Hierbei ist vor allem erstmal der permanente Wechsel von Positionen die beste Lösung.

Bei diesen drei häufigsten Ursachen für eine Bandscheibenproblematik möchte ich an dieser Stelle zunächst mit der Erklärung aufhören und direkt das passende Training ansprechen, als Ergänzung zu meinem neuesten Video, wo einige praktische Beispiele gezeigt werden.

Es geht um den großen Lendenmuskel, der auch gleichzeitig Hüftbeuger ist: den „Psoas“ Muskel.

medically accurate muscle illustration of the psoas major

Ich zitiere das Buch von Jo Ann Staugaard-Jones „Psoas-Training“,in dem gesagt wird: „Der Lendenmuskel kann als Traum eines Immobilienmaklers betrachtet werden, es geht nur um Lage, Lage, Lage!

Durch seine Position nimmt der Lendenmuskel eine einzigartige Stellung ein, denn er verbindet als einziger Muskel den Ober- und Unterkörper. Dadurch sind die funktionalen Auswirkungen enorm, denn der Muskel funktioniert entweder als Träger einer Bewegung oder (…) als Stabilisator.“

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser Muskel bei meinen Patienten häufiger Auslöser für starke Rückenbeschwerden und hartnäckige Verspannungen ist.
Dieser Muskel ist durch seine Lage und seine Größe enorm wichtig, hat Einfluss auf den Kreislauf, da er nah der Aorta und Hüftarterie verläuft. Er unterstützt sogar zahlreiche Organe.
Wir können mit dem richtigen Spannungsverhältnis in diesem Muskel u.a. Einflüsse auf unsere Verdauung und Atmung nehmen.

Funktionen und Zusammensetzung des Psoas Muskels spare ich mir an dieser Stelle, denn es geht um die Bedeutung dieses mächtigen Muskels.
Das wohl größte Problem im Alltag ist, dass durch die zentrale Lage dieses Muskels eine häufige Überlastung vorliegt.

Bei meinem ersten Trainingsvideo zu diesem Muskel geht es vor allem darum, diesen wichtigen Stützpfeiler unseres Körpers zur Ruhe zu bekommen. Anderen umliegenden Muskeln ihre Funktionen wieder zuzuordnen, damit der Psoas nicht mehr alles alleine „erledigen“ muss.
Von daher ist die erste Übung eine Wahrnehmung für den gesamten Körperfluss und das Bewusstsein in dich spüren zu können, denn so fahren wir unseren gesamten Tonus (Anspannung) nach unten und der Muskel kann „los lassen“.
Bei den dann folgenden Übungen geht es um kleine Bewegungen des Beckens, um die muskuläre Spannung zu lösen.

Wenn du dieses Training immer in deinem schmerzfreien Bereich hälst, kannst du es sogar zur Unterstützung der Heilung eines akuten Bandscheibenvorfalls durchführen.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei der Durchführung der Übungen. Versuche konsequent 3-4 Mal die Woche diese Übungsabfolge zu absolvieren und gib deinem Körper ein paar Wochen Zeit zu entspannen, bis du einen Trainingserfolg verbuchen kannst.

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Hier gehts zum Training:

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Teil 1 

the-growing-power-of-social-media-3

Teil 2